Für die Zigeunermutter endet es auf dem Scheiterhaufen. Für die Tochter, die versehentlich das eigene Kind ins Feuer wirft, beinahe auch. Doch was die Librettisten Salvadore Cammarano und Leone Emanuele Bardare an Theatertragik in die Waagschale werfen – am Ende bringt der Bruder, wieder tragisch-versehentlich, den Bruder um -, es kann alles nicht mithalten mit der rauschhaften musikalischen Umsetzung von Giuseppe Verdi. Und schon gar nicht mit der glamourösen Gesangsbesetzung in der Neuproduktion, die  im Großen Festspielhaus zu Salzburg zur Aufführung kam. An erster Steller hierbei, natürlich, Anna Netrebko, la Divina, auch diesmal ohne Fehl und Tadel, mit geradezu erschütternder Intensität. Nur ein einziges, winziges Mal innerhalb von drei Stunden hört man einen zarten Übergang – Netrebkos Ausdrucksstärke beruht nicht auf Kraft und Protz, obwohl sie beides gerade bei Verdi auch zur Schau stellen kann, sondern auf einer phänomenalen Technik und einer Naturwunderstimme. Quelle: Süddeutsche Zeitung